Die Leserfrage: Ich bin Mitglied der Geschäftsleitung eines KMU und verreise demnächst für fünf Tage an eine Messe nach Japan. Was muss ich dabei bezüglich Reiseversicherung wissen? Können Sie mir Ratschläge geben, damit ich mich gut auf weitere Reisen vorbereiten kann?

Giles Magnin, Versicherungsexperte und Geschäftsführer des neutralen Online-Versicherungsbrokers esurance.ch, gibt Auskunft:

Wozu eine Reiseversicherung?

© kilmarron - Fotolia.com

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Identitätskarte, Kleider und Kreditkarte gehören ins Feriengepäck. Wer nicht alles mitgenommen hat, kann sich dies meistens noch am Ferienort besorgen. Nicht aber eine Reiseversicherung, um die man sich vor der Abreise kümmern sollte. Wurde Ihr Flug gestrichen, sind Sie krank geworden oder gar verunfallt? Hier greift der Schutz der einzelnen Leistungen wie etwa Heilungskosten, Auslandrechtsschutz und Personen-Assistance. Schon vor Ihrer Reise sind Sie so gegen Annullierungskosten (zum Beispiel von Mietwagen) und während des Auslandaufenthalts gegen unerwartete Zwischenfälle von sich selber oder einer nahestehenden Person versichert.

Welche Art von Reiseversicherung?

Gegenfrage: Wie viele Male reisen Sie pro Jahr ins Ausland? Begeben Sie sich in dieser Periode rund zwei bis drei Mal in die Ferne, dann empfehlen wir, eine Ganzjahresdeckung vorzunehmen, mit der sie einen ununterbrochenen Versicherungsschutz geniessen. Eine solche Versicherung eignet sich auch gut für Personen, die einmal spontan einen Trip unternehmen. Wenn Sie weniger reisen, ist eine einmalige Reisekrankendeckung passend. Eine solche kann zum Beispiel für einen Monat abgeschlossen werden, ist weltweit gültig und schon ab 20 Franken erhältlich. Beachten Sie bitte stets, dass die Versicherungsdeckung und die versicherten Summen auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind.

Was empfehlen Sie mir für meinen Japenaufenthalt?

Achten Sie bei einer solchen Reise speziell auf die Gesundheitskosten, da die obligatorische Krankenpflegeversicherung im Ausland für eine notfallmässige Versorgung maximal die doppelte Summe übernimmt, die in der Schweiz in Ihrem Wohnkanton vergütet wird. In einigen, teuren Staaten ist jedoch unbedingt ein zusätzlicher Versicherungsschutz erforderlich, da die Behandlungskosten etwa das Drei- bis Vierfache im Vergleich zur Schweiz betragen. Dies sind namentlich die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und auch das von Ihnen anvisierte Japan. Damit auch im Ausland eine erweiterte Deckung sichergestellt ist, empfehlen wir beim Besuch eines der genannten Länder stets eine freiwillige Zusatzversicherung.

 Welche Ratschläge können Sie mir generell geben?

  • Tipp 1: Schaffen Sie sich vor der Abreise Gewissheit, was im Notfall zu tun ist und an wen Sie sich wenden können. Schreiben Sie sich auf jeden Fall die Policen- und Telefonnummern Ihrer Reise- und Krankenversicherungen auf.
  • Tipp 2: Seien Sie kritisch, wenn Sie nicht wissen, ob eine gewisse Deckung vorhanden ist und gehen Sie nicht davon aus, dass Sie schon irgendwo versichert sind. Klären Sie dies sorgfältig ab. Auslanddeckungen sind grundsätzlich nicht standardmässig eingeschlossen.
  • Tipp 3: Sind Sie im Ausland gesundheitlich angeschlagen sind und möchten stationär behandelt werden? Dann fordern Sie vom Taxifahrer oder der Ambulanz die Einlieferung in ein Privatspital. Im Vergleich zu einem öffentlichen Spital sind die Versorgung und der dortige Service meistens besser.
  • Tipp 4: Klären Sie die langfristige Abdeckung bei einer Erwerbsunfähigkeit ab, wenn Sie einen längeren Aufenthalt planen und sich in der Schweiz abmelden oder auf unbezahlter Basis freinehmen. Diese Deckung ist grundsätzlich über die Invalidenversicherung/Pensionskasse gewährleistet; die Deckung kann allerdings sehr stark variieren.
  • Tipp 5: Die Rega kann ihre Gönner kostenlos repatriieren, wobei anzumerken ist, dass eine Gönnermitgliedschaft bei der Rega keine Versicherung ist. Springt für die Rückführung beispielsweise der TCS ein, muss der Patient repektive dessen Versicherung die Kosten übernehmen.